

Kieler Straße 20a
24143 Kiel
Deutschland
Wer sich sozial engagieren und praktische Erfahrungen sammeln möchte, ist beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD) des ASB genau richtig - egal, ob "alt" oder "jung". Bei uns kannst du soziale Berufsfelder wie Kita, Ambulante Pflege, Erste-Hilfe-Ausbildung oder Schule kennenlernen, neue Impulse erhalten und neue Seiten an dir entdecken. Melde dich bei uns und erfahre jetzt, welche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten es gibt.
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Ein Freiwilligendienst dauert in der Regel 1 Jahr, aber mindestens sechs Monate und kann auf 18 Monate verlängert werden. Die Arbeitszeit beträgt in Vollzeit 39 Stunden in der Woche. Damit du bei uns starten kannst, muss deine Vollzeitschulpflicht erfüllt sein.
„Bufdi“? Na klar! Das sagen sich Jasmina Taki und Niels Urban, die bei den „Gewerbezwergen“ des ASB-Regionalverbands Lübeck einen Bundesfreiwilligendienst leisten. Bei den beiden entpuppt sich das sogar als beruflicher Volltreffer.
Ganz ehrlich, Freiwilligendienst – egal ob als „Bufdi“ oder in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres – ist manchmal eine Verlegenheitslösung. So war das auch bei Jasmina und Niels. Sie hatte die Fachhochschulreife in der Tasche und war sich nicht sicher, wohin die weitere Reise gehen sollte. Er wollte nach dem Mittleren Schulabschluss eine Ausbildung zum Fachinformatiker machen, bekam aber keinen Platz.
Konsequenz dieser etwas holperigen Geschichten: Beide fanden den Weg zu der Lübecker ASB-Kita „Gewerbezwerge“, die so heißt, weil sie mitten im Gewerbegebiet Genin liegt und überwiegend für den Nachwuchs von dort berufstätigen Eltern in Anspruch genommen wird.
Für die 20-jährige Jasmina Taki war dieses Engagement naheliegend, denn sie hatte schon als Schülerin zeitweise in eine Kindertagesstätte hinein geschnuppert und nach eigenen Worten „Spaß dabei gehabt“. Ihr drei Jahre jüngerer Kollege schlitterte derweil eher zufällig ins pädagogische Milieu, ist dann aber schnell auf den Geschmack gekommen.
Eine Betreuungseinrichtung mit 75 Plätzen für die Allerkleinsten mit gerade mal einem Jahr bis hin zu den Vorschulkindern bürgt für Abwechslung, für vielerlei Erfahrungen – und allzeit für mächtig Leben in der Bude. Aber nicht nur das. Zwar dürfen die beiden Freiwilligen aus rechtlichen Gründen immer nur loslegen, wenn mindestens eine Fachkraft dabei ist, ansonsten fühlen sie sich aber voll integriert in den Kita-Alltag. „Da spürt man keine Unterschiede“, betonen sie übereinstimmend. „Wir werden genauso einbezogen wie alle anderen.“
Alles in allem haben Jasmina und Niels damit viel gewonnen in einer vermeintlich verlorenen Zeit. Und das umso mehr, als sie ihren Dienst nicht nur als schöne Erfahrung verbuchen, sondern darauf aufbauen wollen. Niels strebt als nächsten Schritt eine zweijährige Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten – selbstverständlich mit Praktikumsphasen beim ASB – an. Jasmina will ebenfalls eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin machen.
Der Bundesfreiwilligendienst wurde in Deutschland im Jahr 2011 eingeführt und weist als Besonderheit auf, dass er auch für ältere Erwachsene über 27 Jahre offen ist. Tätig sind die Freiwilligen überwiegend im ökologischen, kulturellen oder – wie die beiden ASB-Bufdis – im sozialen Bereich. Wer einen solchen Dienst leistet, erhält ein Taschengeld, das in der Höhe variieren kann und aktuell bei etwas mehr als 400 Euro gedeckelt ist. Je nach Einzelfall können noch Kleidungs- und Verpflegungsgeld hinzukommen.
Voll im Leben stehen und dann plötzlich auf fremde Hilfe angewiesen sein. Was das bedeutet, hat Kiara früh im eigenen familiären Umfeld erleben müssen. „Ich weiß, wie wichtig und schön es ist, anderen Menschen helfen zu können“, erzählt die junge Frau, die auch in schwierigen Situationen (fast) immer ein Stück Zuversicht ausstrahlt.
Das scheint sich zu übertragen. „Die Leute freuen sich, wenn wir kommen“, weiß Kiara aus mittlerweile schon beachtlicher Erfahrung. Nachdem sie ihren Mittleren Schulabschluss in der Tasche hatte, fand sie über die Beratung der Arbeitsagentur schnell den Weg zum Ambulanten Pflegedienst des ASB in Flensburg. Ein Praktikum führte im August 2021 wenige Tage später zum Freiwilligen Sozialen Jahr, in dem sie sich bald als fester Teil des Teams fühlte. „Alle freuen sich, dass ich dabei bin, ich war eigentlich sofort voll integriert“, schildert sie ihre Eindrücke.
Zwei Dinge waren für Kiara deshalb in kürzester Zeit klar: „Ich wollte Pflege lernen, und das beim ASB.“ Erfüllt hat sich beides. Die engagierte Nachwuchskraft hat zum 1. März 2022 einen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau unterschrieben und kann sich damit innerhalb von drei Jahren für das gesamte Spektrum von der Kinder- bis zur Altenpflege qualifizieren.
Das ist gar nicht so weit weg vom Alltag eines ambulanten Pflegedienstes. Wenn sie beim Regionalverband Schleswig-Flensburg als Zweitkraft mit vor Ort ist, geht es zwar überwiegend zu älteren Menschen, aber auch Kundinnen oder Kunden mittleren Alters und Kinder sind dabei. Letztere brauchen oft Unterstützung, weil sie an chronischen, aber nicht unbedingt lebensbedrohlichen Erkrankungen leiden. Außerdem sind alle Jahrgänge vertreten, wenn nach einer Operation oder einem Unfall nur vorübergehend Pflegehilfe benötigt wird.
Manche Menschen begleitet der Ambulante Pflegedienst unterdessen auf der letzten Etappe ihres Lebens. Einfach ist das nicht, gibt Kiara zu, aber man muss lernen, damit umzugehen. Auf der einen Seite genug Distanz wahren, auf der anderen Seite genug Nähe zulassen, damit der Mensch nicht zum Fall wird, das macht für sie die Kunst aus, die nicht nur in diesem Bereich eine wertvolle Tugend darstellt.
Pflege ist einfach ein Beruf, in dem alle Facetten des Lebens auftreten. Genau das mag Kiara Klapperich daran, und speziell am ASB schätzt sie eine andere wichtige Sache: „Es bleibt normalerweise immer etwas Zeit für kurze Gespräche mit der Kundin oder dem Kunden.“
Als Chantal im Sommer 2021 zwar das Abitur in der Tasche hatte, aber noch keinen so ganz konkreten Plan, wie es ausbildungsmäßig weitergehen sollte, war die Sache schnell entschieden: Ein Freiwilliges Soziales Jahr beim ASB-Regionalverband Herzogtum Lauenburg sollte Klarheit bringen. Und natürlich auch Spaß.
Spaß hatte sie auf Anhieb, die Klarheit kam wenige Monate später. Lena Struck, im ASB-Landesverband tätige Referentin für Freiwilligenarbeit, hatte der frischgebackenen Abiturientin ein FSJ in einer Kita vorgeschlagen und auch gleich eine passende Stelle parat. So ist es also gekommen, dass Chantal seit August 2021 die Kita „Kleeblatt“ in der Gemeinde Escheburg ganz in der Nähe ihres Heimatorts Geesthacht bereichert.
Bereut hat sie das noch keine Minute. In der Einrichtung, die zwei Krippengruppen für Ein- bis Dreijährige sowie zwei Elementargruppen für Drei- bis Sechsjährige bereithält, findet sie besonders den Teamgeist beeindruckend. „Alle sind wahnsinnig offen“, schwärmt die FSJ’lerin, die sich als echte Kollegin angenommen sieht. Dass es dennoch rechtliche Schranken gibt und sie als nicht ausgebildete Kraft zum Beispiel nie ganz allein für eine Gruppe zuständig sein darf, dafür hat Chantal natürlich Verständnis.
Und was macht man als freiwillige Kita-Kraft so? „Ganz tolle Sachen“, grinst die 18-Jährige, die sich speziell im Krippenbereich engagiert. Spielen, Bewegung, Basteln, Kuscheln und viel mehr ist im Alltag des „Kleeblatts“ angesagt, darüber hinaus durchaus auch Bildung. Wenn Schwerpunktthemen wie Wasser oder Wald angesagt sind, lernen die Kleinsten ganz schön viel Neues, ohne es tatsächlich zu merken. Denn klar ist, dass solches Wissen altersgerecht und damit spielerisch vermittelt wird.
Die Allerjüngsten in den Krippengruppen haben teilweise noch nicht mal ihren ersten Geburtstag gefeiert – und sind doch schon eigene Persönlichkeiten mit Vorlieben, kleinen Schwächen und Stärken sowie individuellen Bedürfnissen. Schon das lässt Chantal immer wieder ein bisschen staunen, erst recht aber ist sie von der Dynamik kindlicher Entwicklung fasziniert: „Was sich bei den Kindern innerhalb von ganz kurzer Zeit tut, ist einfach unglaublich.“
Chantal Sorg zieht daraus die logische Konsequenz und bleibt dem ASB erhalten. Im August 2022 wird sie eine dreijährige Ausbildung zur Erzieherin beginnen und dann auch Erfahrungen in der Arbeit mit Elementarkindern sowie Kindern im Grundschulalter sammeln.
Was danach kommt, steht allerdings erstmal wirklich in den Sternen. „Mal sehen, was passiert“, lächelt Chantal, die sich jedenfalls eine dauerhafte berufliche Heimat beim ASB absolut vorstellen kann.
Carlotta Stehr schlägt durch diesen Freiwilligendienst zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie tut, was ihr Spaß macht und kann zugleich die fürs Fachabitur obligatorische Praktikumsphase nachweisen. Wobei das Argument mit dem Spaß deutlich überwiegt. Erste-Hilfe-Kurse gibt sie nicht nur am ASB-Sitz in Elmshorn, sondern in Pinneberg, Rendsburg, vielen anderen Ortschaften und manchmal auch in Hamburg. „Meine Freundinnen und Freunde finden das cool, dass ich in meinem Alter schon ziemlich eigenständig so unterwegs bin“, erzählt die im Jahr 2002 geborene Ausbilderin.
Sozusagen zum Geschäft gehört dieses Unterwegssein, weil die Breitenausbildung eben tatsächlich sehr in die Breite geht. Privatpersonen, Leute, die ihren Führerschein machen wollen oder als betriebliche Ersthelfer aktiv sind, teilweise sogar ganze Belegschaften oder alle neuen Auszubildenden eines Betriebs: Sie alle gehören zur Zielgruppe von Carlotta Stehr.
Dass sich dabei die eigenen pädagogischen Fertigkeiten weiterentwickeln, passiert fast automatisch. Nicht einfach zu motivieren sind manchmal jüngere Leute, die wegen ihres Führerscheins gezwungenermaßen im Kurs sitzen, umso dankbarer sind dafür jene, die aus eigenem Antrieb kommen.
„Es gibt ganz viele positive Rückmeldungen“, erzählt Carlotta, deren großes Anliegen es ist, so viel handwerkliche Sicherheit zu vermitteln, dass die Menschen Selbstbewusstsein für Situationen entwickeln, in denen es drauf ankommt. Der schönste Satz, den sie zu hören bekommt, lautet deshalb: „Ich trau mich jetzt zu helfen.“
Für sie selbst gilt dieser Satz allemal. Nach ihrem FSJ wird Carlotta Stehr eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin beginnen.
Ihr Abitur absolvierte Lien Reinberg schon 2018 in der nordrhein-westfälischen Stadt Unna und stürzte sich sodann sehr motiviert ins Studium der Chemie. Doch genau mit der stimmte es nicht. „Das ist nichts für mich“, gestand sie sich nach kurzer Zeit ein und besann sich auf ihre zwar schon etwas zurückliegenden, aber durchaus freudvollen Erfahrungen als Schulsanitäterin.
„Eine Ausbildung im Rettungsdienst sollte es sein“, erzählt Lien Reinberg, die zudem eine gewisse Wanderlust in sich spürte und auf diese Weise beim ASB-Regionalverband Lübeck landete. Von Februar bis Ende September 2019 widmete sie sich innerhalb eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) der Erste-Hilfe-Ausbildung. Was sie als sehr passend empfand, weil es ja schon allerhand mit dem eigentlich angestrebten Sanitätsdienst zu tun hatte.
So kam es dann auch. Ebenfalls beim ASB in Lübeck begann sie ihre Ausbildung zur Notfallsanitäterin. Dabei war Lien Reinberg mit so viel Einsatz und auch Erfolg am Werk, dass sie im Sommer 2022 einen Arbeitsvertrag bekam, noch ehe die Lehrzeit offiziell beendet war.
Dass dieser Weg der richtige ist, davon ist die Jung-Retterin überzeugt. „Es ist ein unheimlich vielseitiger Job mit einem ganz breiten Spektrum an Inhalten“, schwärmt sie und beschreibt das immer wieder belebende Gefühl, nie wirklich zu wissen, was der neu beginnende Arbeitstag wohl mit sich bringt.
So manches Leben hat sie inzwischen retten geholfen – und auch manch tragische Geschehnisse verarbeiten müssen. Beides gehört dazu in diesem Beruf. „Drüber zu reden ist ganz wichtig“, hat sie erfahren. Im Freundeskreis und vielleicht mehr noch unter den Kolleginnen und Kollegen tut Lien Reinberg das und ist dankbar, wie gut es funktioniert. Ihr Team, so schwärmt die Wahl-Lübeckerin, hat sie ohnehin längst „ins Herz geschlossen“, sodass es inzwischen auch mit der Chemie rundum stimmt.
Etwas unglücklich ist Lien Reinberg nur mit einer Sache. „Es wäre schön, wenn wir mehr Personal hätten“, bedauert sie den Fachkräftemangel, der auch um Lübeck keinen Bogen macht. Jungen Leuten, die sich noch beruflich orientieren, kann sie dabei nur ermuntern, es ihr gleich zu tun: „Es ist ein superschöner Beruf, in dem man viel geben darf und viel zurückbekommt.“