Wie du im Notfall richtig handelst – Erste Hilfe kompakt erklärt

Erste Hilfe

Submitted on Autor Kerstin Bröde

Ein medizinischer Notfall kann jederzeit auftreten. Ob im Straßenverkehr, zu Hause oder am Arbeitsplatz: Wer weiß, was in den ersten Minuten zu tun ist, kann Leben retten. Erste Hilfe muss nicht kompliziert sein. Schon wenige grundlegende Schritte helfen, Situationen sicher einzuschätzen und schnell zu handeln. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Maßnahmen zusammen und zeigt, wie du sie in Alltagssituationen anwenden kannst.

Ruhe bewahren und Überblick gewinnen

Der erste und wichtigste Schritt ist immer derselbe: Ruhe bewahren. Atme einmal bewusst ein und aus. Danach verschaffst du dir einen Überblick über die Situation. Gibt es Verletzte? Drohen weitere Gefahren? Muss die Unfallstelle gesichert werden? Erst wenn du dich selbst nicht in Gefahr bringst, kannst du helfen.

Wähle anschließend die 112 und schildere kurz und klar, was passiert ist. Die Leitstelle fragt alles ab, was die Rettungskräfte wissen müssen. Du wirst nicht allein gelassen und bekommst bei Bedarf Anweisungen am Telefon.

Stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage ist eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt. Sie schützt bewusstlose Personen mit normaler Atmung vor dem Ersticken, weil Erbrochenes oder die eigene Zunge die Atemwege blockieren könnten.

So gehst du vor:

  1. Person ansprechen und vorsichtig schütteln.
  2. Atmung prüfen: Sehen, hören, fühlen.
  3. Wenn sie normal atmet, bring sie behutsam auf die Seite.
  4. Den oberen Arm angewinkelt vor dem Körper platzieren und das obere Bein im rechten Winkel anwinkeln.
  5. Kopf leicht überstrecken und Mund öffnen, damit Flüssigkeiten abfließen können.

Bei Kindern und älteren Menschen funktioniert die stabile Seitenlage genauso.

Verbände richtig anlegen

Kleine und große Wunden gehören zu den häufigsten Verletzungen im Alltag. Ein gut angelegter Verband schützt vor Infektionen und stillt Blutungen.

Grundregeln:

  • Berühre die Wunde möglichst nicht direkt.
  • Reinige kleine Wunden vorsichtig mit sauberem Wasser.
  • Bei stärkeren Blutungen drücke ein steriles Tuch sanft auf die Stelle.
  • Ein Druckverband hilft, Blutungen effektiv zu stoppen.
  • Kontrolliere regelmäßig, ob der Verband noch sitzt und nicht zu fest ist.

Wenn starke Blutungen nicht zu stoppen sind oder der betroffenen Person schwindelig wird, sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden.

Reanimation – wenn jede Sekunde zählt

Wenn eine Person nicht mehr atmet oder du keine normale Atmung feststellen kannst, muss sofort mit der Reanimation begonnen werden. Sie ist entscheidend, um den Kreislauf künstlich aufrechtzuerhalten, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Die Grundregel lautet: Prüfen, rufen, drücken.

  • Prüfen, ob die Person reagiert und atmet.
  • Rufen: 112 wählen oder andere um Hilfe bitten.
  • Drücken: Mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs etwa 100–120 Mal pro Minute kräftig drücken.

Wenn ein automatisierter externer Defibrillator (AED) zur Verfügung steht, nutze ihn. Die Geräte sind leicht verständlich und geben klare Anweisungen.

Digitale Unterstützung: die Retter-App „Saving Life“

In Schleswig-Holstein gibt es ein besonderes Angebot, das helfen kann, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken: die Retter-App Saving Life. Diese App wurde vom ASB Landesverband Schleswig-Holstein entwickelt und ist mit allen Rettungsleitstellen im Land verbunden. Registrierte Ersthelfer:innen werden per Smartphone alarmiert, wenn sich ein Notfall in ihrer Nähe ereignet. So können qualifizierte Personen schneller vor Ort sein und lebensrettende Maßnahmen einleiten, lange bevor der Rettungsdienst da ist. Zusätzlich zeigt die App Standorte von Defibrillatoren und bietet die Möglichkeit, sich auch als sogenannte:r Spontanhelfer:in für weitere Unterstützung in Krisenfällen zu registrieren. Die Nutzung der App setzt einen aktuellen Erste-Hilfe-Nachweis voraus und kann die Chance auf schnelle Hilfe erheblich erhöhen. Weitere Infos zur App Saving Life findest du hier.

Warum Erste-Hilfe-Wissen so wichtig ist

Viele Menschen zögern aus Unsicherheit oder Angst vor Fehlern. Dabei gilt: Du kannst nichts falsch machen außer nicht zu helfen. Jede Maßnahme ist besser als gar keine. Erste Hilfe braucht kein medizinisches Vorwissen, sondern nur den Mut, aktiv zu werden.

Regelmäßige Auffrischungskurse geben Sicherheit und aktualisieren dein Wissen. Denn je vertrauter du mit den Handgriffen bist, desto souveräner kannst du reagieren.

Erste-Hilfe-Kurse beim ASB in Schleswig-Holstein

Der Lehrgang bietet eine Grundausbildung in Erster Hilfe für Ersthelfer:innen ohne Grundkenntnisse. Die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Grundkurs wird für folgende Teilnehmer:innen anerkannt:

  • Führerscheinerwerb für alle Fahrzeugklassen
  • Führerscheinwiedererlangung (MPU)
  • Ausbildung von Ersthelfer:innen in Betrieben
  • Einstiegsvoraussetzung für viele Ausbildungsberufe

Übrigens: Für Mitglieder des ASB ist die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs (1x jährlich) kostenlos!

Die Kurse werden in ganz Schleswig-Holstein von erfahrenen Ausbilder:innen durchgeführt, die praktische Übungen, aktuelle Empfehlungen und verständliche Anleitungen vermitteln. Viele Teilnehmende berichten, dass sie sich nach einem Kurs deutlich sicherer fühlen und im Ernstfall schneller handeln würden. 

Du interessierst dich für eine Erste-Hilfe-Ausbildung? Der ASB bietet ein breites Kursangebot für künfitige Ausbilder:innen.

Erste Hilfe ist eine Fähigkeit, die jede Person beherrschen kann. Mit wenigen grundlegenden Schritten lässt sich in vielen Situationen wirksam helfen. Wer sein Wissen regelmäßig auffrischt und praktische Übungen kennt, gewinnt zusätzlich an Sicherheit und Handlungsfähigkeit. Der ASB in Schleswig-Holstein unterstützt dich dabei mit praxisnahen Kursen, qualifizierten Ausbilder:innen und digitalen Helfern. Damit du im Notfall weißt, was zu tun ist und mit deinem Einsatz Leben retten kannst.

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